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Ein Kind der Berge. Die ganz persönlichen Wurzeln von Alpina Marina.

Editorial von Hannes Offenbacher

Im Grunde ist es nicht verwunderlich, dass mich das Thema einer nachhaltigen Entwicklung im alpinen Tourismus fesselt. Immerhin bin ich quasi in diesem Spannungsfeld zwischen Umwelt, Freizeit und Wirtschaft aufgewachsen. Insgesamt habe ich gut 3 Jahre auf 2.315 Metern auf der Rudolfshütte verbracht, die mein Onkel viele Jahre für den Österreichischen Alpenverein als modernes Zentrum für alpine Forschung, Medizin und Sport geleitet hatte. Ferienzeit hieß: rauf in die spektakuläre Bergnatur des Nationalparks Hohe Tauern. Ausschließlich zu Fuß oder mit der Gondel erreichbar, umrahmt von den höchsten Gipfeln der Alpenrepublik, Gletschern, Wasserfällen und den größten stromproduzierenden Stauseen Österreichs. 

Dieser intensiven, schulfreien Zeit in den Bergen ist es auch geschuldet, dass ich mich in den Hohen Tauern mehr zu Hause fühle als in der Steiermark. Und: dass mich die Zusammenhänge hinter den Kulissen mehr interessieren als den durchschnittlichen Bergsteiger. Die Rudolfshütte war eines der europäischen Epizentren des aufkommenden Siegeszuges des Bergsports (und all seiner Herausforderungen heute). Dort wurde bereits vor 25 Jahren eine der ersten modernen Indoor-Kletter- und Boulderwände gebaut, als das Klettern eher zur Freizeit von Großvätern gehörte. Gleichzeitig betrieb Dr. Slupetzky im Haus seine Gletscher-Forschungsstation und an den Abenden lauschte ich am Bergführer-Stammtisch den wilden Geschichten von tief verschneiten Steilrinnen, ohne das jemand davon ein Foto auf Instagram mit dem Hashtag #powpow teilen konnte. 

Auch erlebte ich dort die ersten Versuche einer alpinen Eventkultur, um mehr Gäste ins Haus zu holen. Dafür vereiste man sogar künstlich die Staumauer des Weißsees, um einen sicheren Eisklettergarten zu erschaffen. Parallel stiegen die Ansprüche der Gäste und mit etwas Verzögerung brach auch so weit oben das Informations- und Kommunikationszeitalter über das Haus herein, nachdem man jahrzehntelang mit einem einzigen Fernsehraum und zwei Telefonzellen ausgekommen war. Das alles war vor dem Zeitpunkt, als der Alpenverein das Projekt aus wirtschaftlichen Gründen verkaufen musste, nachdem die dort von den ÖBB betriebenen Liftanlagen wegen Unwirtschaftlichkeit ihren Betrieb eingestellt hatten – und damit die Hütte nur noch zu Fuß erreichbar war.

Für eine Zukunft brauchte es einen privaten Hotelier, der die Liftanlagen und das Hotel gemeinsam kaufte und daraus ein neues, ganzheitliches Konzept machte. Vielen Fans des Charmes vergangener Zeiten können heute nur mit Schmerzen dort Urlaub machen. In ihren Augen ist die Seele des Hauses dem Profit geopfert worden. Doch: Das Hotel ist heute zumindest wirtschaftlich tragfähig und sichert in der Region wichtige Arbeitsplätze und Wertschöpfung.

Ich war also mitten reingeboren in dieses Spannungsfeld zwischen Bergsport, Tourismus und Umwelt – was mich auch noch in meinen ehrenamtlichen Funktionen im Bundesjugendausschuss der Naturfreunde und später als Alpinreferent und Vorsitzender der Akademischen Sektion Wien des Österreichischen Alpenvereins begleitete. Mit viel Marketinginnovation hatte ich mit meinem Team die Sektion von der nahenden Auflösung zu einer der schnellstwachsenden Teile des Österreichischen Alpenvereins gemacht und vielfach bewiesen, was alles möglich ist, wenn man neues Denken und neue technologische Mittel für vermeintlich verstaubte Dinge nützt. 2015 initiierten wir die jährliche Dialogveranstaltung „Bergsport & Nachhaltigkeit“ mit dem Kompetenzzentrum Nachhaltigkeit der Wirtschaftsuniversität Wien und wieder wurde spürbar, wie spannend und herausfordernd dieses Feld war. 

Nach meiner „Pensionierung“ beim Alpenverein schwelte in mir die Lust, weiterhin im Themenfeld aktiv zu sein und nach einigen Anläufen ist es mit Alpina Marina nun so weit. Auch beeinflusst von den guten Erinnerungen unseres Schumbeta Forums „Innovation in der ländlichen Produktion“, welches wir 2017 gemeinsam mit dem Regionsmanagement Osttirol in Lienz organisiert hatten. In Zukunft soll Alpina Marina als Social-Impact-Projekt unter dem Dach von Schumbeta wachsen. Hier verstehen wir es als Schwester der #superKMU-Aktivitäten, die sich der Innovation & Nachhaltigkeit in produzierenden Unternehmen widmet. Alpina Marina soll die mittelständische Wirtschaft hinter den touristischen Kulissen alpiner Landschaften fokussieren.

Höhe mit Tiefe ist dabei Programm.
Ich will hinter die oberflächlichen und verklärten Bilder des Bergtourismus blicken, komplexe Zusammenhänge erforschen und neue Szenarien abseits der Konventionen diskutieren. Und: Vor allem Menschen und Projekten eine Bühne geben, die mit Innovation, Kreativität und Mut Neues wagen und damit ein positives Wettspiel der Ideen fördern. 

Gemeinsam mit kreativen Köpfen haben wir mit der Edition #01 einen Prototypen erarbeitet, um vom Reden ins Machen zu kommen und uns damit auf die Suche nach Partnern zu machen, die mit uns an einer cleveren, nachhaltigen Zukunft des suburbanen Alpenraums arbeiten. Denn: Das digitale Magazin ist nur der Anfang und wir haben bereits einige Ideen für Projekte, bei denen wir nicht nur berichten, sondern selbst anpacken. 

 

Und jetzt? 

Bitte folgt einem spontanen Impuls und meldet Euch bei uns. Mit Persönlichkeiten und Projekten, die wir besuchen und portraitieren müssen. Mit Ideen und Themen, die wir diskutieren sollten. Mit Unternehmen und Organisationen, die unser Projekt fördern und unterstützen können. 

Und natürlich sind Eure Likes & Follow wichtig. Und noch mehr: Teilen vermehrt! Eure Empfehlung in den Social Media Streams ist das Gold einer Aufmerksamkeits- Öknomie. 

Danke. Da geht was. 

 

Ich freue mich darauf und ich danke allen, die bis hierhin einen wichtigen Teil beigetragen haben. Danke Anna Fichtner (Fotografie), Magdalena Theis (Web), Julia Begher (Corporate Design),  Katrin Hatzl-Dürnberger (Lektorat), Raffaela Gartner (Kooperationen), Malcolm Kessler (Fotos), Charly Schwarz (Fotos) & David Herzig (Fotos). 

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